Kreishaushalt 2026 verabschiedet
Hier die Rede unserer Landratskandidatin und Kreisrätin Kristine Lütke zum Nachlesen:
„Sehr geehrter Herr Landrat Kroder, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Gäste,
auch in diesem Jahr gilt mein herzlicher Dank Herrn Oberleiter und Frau Kapp für die professionelle Erstellung des Haushalts sowie allen Mitgliedern der Verwaltung, die daran mitgewirkt haben.
Der diesjährige Haushalt zeigt deutlich: Die Herausforderungen werden immer größer, der Spielraum immer enger, so dass die Erhöhung der Kreisumlage unausweichlich erscheint.
Zur Ehrlichkeit aber gehört: Der Grund dafür liegt nicht allein in der Erhöhung der Bezirksumlage – die Zuschüsse des Freistaats wurden 1:1 an die Landkreise und kreisfreien Städte weitergeleitet- sondern trägt in erster Linie den gestiegenen Ausgaben des Landkreises selbst Rechnung.
Gerade im Verwaltungshaushalt müssen wir diese weiter kritisch hinterfragen. Unsere im Vergleich niedrigen Personalkosten dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen.
Organisatorische Potenziale sind durch strukturelle Anpassungen und konsequente Digitalisierung noch stärker zu heben. Digitale Lösungen müssen gezielt zur Entlastung eingesetzt werden- das ist auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels essenziell.
Gerade bei Förderprogramme ist sorgfältig zu prüfen, welche langfristigen Verpflichtungen damit verbunden sind. Denn wenn ein Förderprogramm ausläuft, bleibt das Personal häufig dauerhaft.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Bei den Sozialausgaben sind die Kostenstrukturen meist festgelegt. Dort, wo Spielräume bestehen – etwa beim Pooling der Schulbegleitung – gehen wir bislang noch zögerlich und mit Modellprojekten vor. Hier wünsche ich uns allen mehr Mut zu klaren, verbindlichen Entscheidungen.
Die Rücklagenentnahme tragen wir im Bewusstsein mit, dass diese nur einmal entnommen werden können. Ein erneuter Aufbau erscheint aktuell utopisch.
Priorisierungen – auch schmerzhafte – sind notwendig, um unausweichliche Großprojekte wie den Neubau der integrierten Leitstelle stemmen und zugleich einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.
Die freiwilligen Leistungen für den Kreisjugendring, die Vereine sowie weitere präventive Maßnahmen unterstützen wir ausdrücklich. Sie helfen, künftig deutlich höhere Belastungen vermeiden.
Im Vermögenshaushalt befürworten wir zukunftsgerichtete Investitionen in unsere Schulen und in die Infrastruktur.
Sorgfältige Planung muss die Richtschnur unserer Entscheidungen sein. Denn der in 2025 um knapp 30% gestiegene Schuldenstand zeigt deutlich die Auswirkungen tatsächlich in Anspruch genommener Kredite.
Werte Kolleginnen und Kollegen, wir alle wissen mittlerweile: “There is no glory in prevention“.
Umso wichtiger ist es, Vorkehrungen für unterschiedliche Herausforderungen zu treffen. Die mehrjährig angelegten Investitionen in den Bevölkerungsschutz und in unsere Blaulichtfamilie unterstützen wir weiterhin.
Mit Blick auf den Defizitausgleich für die Krankenhäuser bekennen wir uns zur Unterstützung der Geburtshilfe und damit zum Standort. Der Verkauf der Krankenhäuser vor 20 Jahren war jedoch eine bewusste Maßnahme zur finanziellen Stabilisierung des Landkreises. Wenn überhaupt, kann nur über einen Investitionskostenzuschuss für die Modernisierung des Laufer Krankenhauses gesprochen werden. Eine Beteiligung am Betriebskostendefizit lehnen wir hingegen strikt ab.
Werte Kolleginnen und Kollegen: Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch machbar.
Jeder Euro Steuergeld, über den wir entscheiden, ist hart erarbeitet – und muss gezielt und wirksam eingesetzt werden.
Dieser Verantwortung – für den Rest des Haushaltsjahres und darüber hinaus – sollte sich dann auch der neu gewählte Kreistag bewusst sein.
Dem Haushalt für 2026 stimme ich für die FDP zu und danke für die kollegiale Zusammenarbeit der letzten Jahre.
Kristine Lütke
FDP im Kreistag“