FDP-Kreisverband Nürnberger Land

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FDP-Kreisräte stimmen dem Kreishaushalt 2023 zu

Am heutigen 27.02.2023 beschloss der Kreistag Nürnberger Land den Haushalt für das Jahr 2023. Hierzu bezog auch unser Kreisrat Prof. Dr. Alexander von Hoffmann Stellung. Seine ungekürzte Rede können Sie hier noch einmal nachlesen:

Am heutigen 27.02.2023 beschloss der Kreistag Nürnberger Land den Haushalt für das Jahr 2023. Hierzu bezog auch unser Kreisrat Prof. Dr. Alexander von Hoffmann Stellung. Seine ungekürzte Rede können Sie hier noch einmal nachlesen:

Sehr geehrter Herr Landrat Armin Kroder,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,



bei der Vorbereitung des heutigen Tages habe ich mir noch einmal unsere Haushaltsrede des letzten

Jahres angesehen: ich war am Wochenende kurzzeitig versucht, die gleiche Rede noch einmal zu

halten und einfach das Wort „Pandemie“ durch die Worte „Inflation“ und „Ukraine-Krieg“

auszutauschen. Aber so einfach ist es nicht, denn die aktuellen Herausforderungen sind völlig

anderer Natur und können möglicherweise länger anhalten, als wir das von der Coronapandemie

erwartet hatten.


Zum Beispiel die Energiekosten: die steigenden Energiekosten schlagen sich an vielen

Positionen, zum Beispiel in den Betriebskosten der Schulen nieder. Sie werden

voraussichtlich zumindest teilweise durch Maßnahmen der Bundesregierung etwas gesenkt.

Dennoch kann man nicht darauf zählen, dass die Preise für Energie, auch nach einem

hoffentlich baldigen Ende des Krieges, wieder auf das langjährig gewohnte, niedrige Niveau

sinken werden.


Eine weitere Herausforderung wartet auf uns: Als Folge der insgesamt widrigen

Gesamtsituation sind für den Landkreis die Unterkunftskosten bei Beziehern von

Arbeitslosengeld II und die Kosten für den ÖPNV erheblich gestiegen.


Der Umstand, dass für einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt die Deckung der Pflichtzuf hrung

nur ber eine Entnahme aus der allgemeinen R cklage erreicht werden kann, macht uns große

Sorgen. Bildlich gesprochen: Wenn der Bürger die Raten für sein Haus nicht mehr durch laufendes

Einkommen, sondern nur durch Griff auf seine Rücklagen bezahlen kann, ist die Situation ernst. Wir

haben es uns nicht leicht gemacht und deswegen bereits im Dezember 2022 mit sehr geduldiger

Unterstützung durch Herrn Oberleiter und Frau Kapp eingehend und kritisch den Stellenplan, die

freiwilligen Leistungen sowie die wichtigsten Ausgabepositionen geprüft, aber keine Position

identifizieren können, die man guten Gewissens streichen könnte. Wir ermutigen die Verwaltung

auch weiterhin in die Zukunft gerichtete, sozial verträgliche Überlegungen zur Prozessoptimierung

und Digitalisierung umzusetzen.


Wir schätzen und unterstützen sehr, dass der Landkreis angesichts der verschiedenen Warnungen

der Bundesnetzagentur zur Gasversorgung so deutlich in den Brand- und Katastrophenschutz

investiert und die Investitionen auch frühzeitig durch vorausschauende Katastrophenplanung

begleitet hat. Wir weisen aber auch darauf hin, dass für eine sichere und bezahlbare

Energieversorgung auch der Ausbau und vor allem die Ertüchtigung von Stromnetzen eine

grundlegende Rolle spielen wird. Hier ist immer wieder auch die Staatsregierung in die Pflicht zu

nehmen.

Wir unterstützen ausdrücklich die hohen Investitionen in Baumaßnahmen an den Schulen des

Landkreises - auch wenn all diese Investitionen dazu beitragen, dass die Deckung des

Verm genshaushaltes nur ber die Einr umung einer Krediterm chtigung erreicht werden kann.


An einen schnellen Abbau der Schulden des Landkreises ist mit Blick auf die anstehenden

Herausforderungen auch weiterhin nicht zu denken. Daher bleibt es eine wichtige Aufgabe von uns

allen, bei zukünftig zu treffenden Entscheidung die Ausgabenseite noch mehr im Blick zu haben als

wir dies ohnehin schon taten. Gelingt dies nicht, muss spätestens in einem Jahr angesichts

schrumpfender Rücklagen die Kreisumlage entsprechend korrigiert werden. Hier bleibt auf das

Verständnis von Seiten der finanziell ebenso beeinträchtigten Gemeinden zu hoffen, profitieren doch

auch diese indirekt von den Investitionen des Landkreises in Schulen und ÖPNV-Netz.


Dem Haushalt 2023 stimmt die FDP-Gruppe zu.